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Hochwasser: Auswirkungen des Klimawandels längst Realität

ÖDP legt umfassendes Hochwasserschutzkonzept vor - Schluss mit der Versiegelung

„Seit der Hochwasserkatastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen am 15. Juli 2021 ist klar geworden, dass im Hochwasserschutz nicht Sachwerte, sondern der Schutz von Leib und Leben zur höchsten Priorität geworden ist. Daran müssen sich künftige Schutz- und Handlungsmaßnahmen ausrichten“, so ÖDP-Generalsekretär Dr. Claudius Moseler. Dort, wo der erste Regentropfen auf den Boden auftritt, muss gedanklich der Hochwasserschutz beginnen, so die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) in ihrem 14–seitigen 5-Stufenkonzept zum Hochwasserschutz, welches von einem fünfköpfigen Expertenteam erarbeitet wurde.

Hochwasserschutz ist für die ÖDP nicht die Verhinderung von Überflutungen. Die Aufmerksamkeit bei Starkregen sollte vielmehr auf natürliche oder naturnahe Bereiche gerichtet sein, in denen Überschwemmungen zugelassen werden, um im besiedelten Bereich schwere Sachschäden zu begrenzen und Menschenleben zu schützen. Allerdings gibt es keinen absoluten Schutz vor Hochwasser. Hochwasserschutz muss in der Fläche anfangen. Der zentraltechnische Hochwasserschutz stößt bei Starkregen – Ereignissen ansonsten sofort an seine Grenzen.

„Es geht letztlich darum, einen Ausgleich zwischen zu viel und zu wenig Wasser zu finden. Jeder Kubikmeter Wasser, der nicht sofort zum Abfluss kommt, entlastet bei Hochwasser und ist gleichzeitig ein Gewinn für den Natur- und Wasserhaushalt bei Hitzewellen und Trockenwetterperioden. Naturnaher Hochwasserschutz ist deshalb gleichzeitig Dürreschutz“, so ÖDP-Bundesvorsitzender Christian Rechholz.

Das naturnahe Hochwasserschutzkonzept der ÖDP sieht einen fünfstufigen Schutz vor. Dazu gehört für die ÖDP auch eine „Bringpflicht“ seitens der Behörden gegenüber der Allgemeinheit. Sie bezeichnet dies als „Beschützer-Garanten-Pflicht“, um dem Hin- und Herschieben zwischen Behörden und Zuständigkeiten Einhalt zu gebieten.

„Naturnaher Hochwasserschutz ist direkter Klimaschutz, da er durch die Vernetzung der verschiedenen Bereiche die Aufnahmefähigkeit des Bodens für Wasser erhöht, den Humusaufbau fördert und somit Kleinklimazonen schafft, die die Biodiversität und damit auch die CO2-Aufnahme des ganzen Ökosystems erhöhen“, so Moseler weiter.

Durch die Klimaveränderung nehmen die Extremwetter-Situationen zu, die durch Starkregen-Ereignisse und Trockenwetter-Perioden und Hitzewellen zu einer zunehmenden Gefahr für den Menschen werden. „Die Landwirte sind für die Umsetzung des naturnahen Hochwasserschutzes die wichtigsten Partner, so die ÖDP in ihrem Positionspapier und sollen für ihre Leistung als „Wasserwirte“ so hoch vergütet werden, dass sie selbst ein großes Interesse an der Umsetzung auf der eigenen Fläche haben“, unterstreicht Bundesvorsitzender Rechholz abschließend.

Link zum ÖDP-Hochwasserschutzkonzept

Foto: Pixabay/Hermann