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ÖDP-Leitmotiv „Weniger ist mehr“ bestätigt

Das Katapult-Magazin spricht in dem Artikel „Mülltrennung schlechter als gedacht“ der ÖDP aus der Seele und greift dabei Punkte auf, die schon lange Teile unseres Grundsatzprogrammes sind. Zugleich gibt es uns auch neue Denkanstöße.

In der Tat denken wir Deutschen, dass wir besonders umweltfreundlich sind, wie das Katapult-Magazin kritisiert. Allein die Gesetzgebung zum Thema Plastiktüten zeigt, dass da andere Staaten die Nase vorn haben. In Ruanda ist die Einführung von Plastiktüten verboten, auf der tansanischen Insel Sansibar droht sogar eine Geldbuße bis zu 1560 Euro und gar eine Gefängnisstrafe. In Palau (Ozeanien) drohen ebenfalls Geldstrafen. In dem Katapult-Report wird aber mehr die Mülltrennung kritisiert, die oft auch bei der ÖDP schon auf Kritik stieß. So landet laut einer Analyse des Umweltbundesamtes viel Abfall in der falschen Tonne. „Unser Ansatz liegt aber bereits vor der Mülltrennung. Seit ihrer Gründung fordert die ÖDP „Weniger ist Mehr“. Wenn wir weniger Gebrauchsgüter herstellen, desto weniger Müll können wir erzeugen. Zudem sollte die Herstellung von Güter auf Nachhaltigkeit basieren. Jutetaschen statt Plastiktüten. Waschen statt wegwerfen. Aber auch technische Geräte müssen auf Langlebigkeit aufgebaut sein, als mit dem Vorsatz, dass innerhalb von ein paar Jahren diese durch neue ersetzt werden“, fordert Katrin Streeck, Landesvorsitzende der ÖDP Mecklenburg-Vorpommern.

Die Mülltrennung wird zudem nicht von allen Bürgern richtig gemacht. So mancher Abfall landet in der falschen Tonne, dazu kommen die Mülltrennungsverweigerer, die zurecht höhere Müllgebühren bezahlen. Dennoch zeigt die Mülltrennung bereits große Erfolge: 1985 kamen 239 Kilogramm Restmüll pro Einwohner zusammen, 2018 waren es nur noch 128 kg im Jahr. Das liegt nicht daran, dass weniger Müll erzeugt wurde, sondern das Müll in Biomüll, Glas, Metall, Papier und Verpackungen aus Plastik getrennt wird. Die Masse an tatsächlichem Restmüll pro Kopf ist aber von 1985 bis heute um knapp vier Kilogramm gestiegen. „Die ÖDP ist keine Wachstumspartei, sieht auch die Zukunft nicht in einem höheren sondern in einem niedrigeren Konsumverbrauch. Wir fordern die Umstellung auf Mehrwegverpackungen. Dazu müssen wir zur Langlebigkeit von Produkten zurückkehren. Das Motto bei technischen Geräten muss heißen: reparieren steht vor wegwerfen“, erläutert Katrin Streeck.

Aber auch in einzelnen Kommunen läuft die Mülltrennung noch nicht auf Hochtouren. So werden nicht überall alle Mülltonnenarten angeboten. Besonders oft fehlt in einzelnen Kommunen die Biotonne, so dass Küchenabfälle mit dem Restmüll entsorgt werden. „Komposterde ist aber ein wichtiges Gut, der in vielen Gärten gebraucht wird. Deshalb fordern wir von der Landesregierung und den Kommunen, dafür zu sorgen, dass alle Bürger eine Biotonne erhalten. Zudem hat der Gelbe Sack nichts mit Nachhaltigkeit zu tun sondern erzeugt weiteren Plastikmüll. Hier fordern wir die sofortige Umstellung auf eine gelbe Tonne“, kritisiert Katrin Streeck und weist zugleich darauf hin: „Weniger Konsum bedeutet auch, dass man sich Qualität statt Masse leisten kann. Vor allem hat man dann auch das Geld für hochwertige Lebensmittel.“