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ÖDP fordert sofortigen Rauswurf von Hertha-Torwarttrainer Zsolt Petry

Gezeigtes Verhalten ist inakzeptabel

Die Aussagen von Herthas Torwarttrainer Zsolt Petry sind wie ein Schlag ins Gesicht für Menschen, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Nächstenliebe eintreten. Ein Hauptstadtclub wie Hertha BSC kann diese menschenverachtenden Aussagen nicht stehenlassen. Für die ÖDP kann das Interview nur die Entlassung zur Folge haben.

"Ich verstehe gar nicht, wie Europa moralisch so tief sinken konnte, wie jetzt. Europa ist ein christlicher Kontinent, ich sehe den moralischen Niedergang nicht gerne, der den Kontinent niederfegt. Die Liberalen blasen die Gegenmeinungen auf: Wenn du die Migration nicht gut findest, denn schrecklich viele Kriminelle haben Europa überlaufen - dann werfen sie dir sofort vor, dass du ein Rassist bist." Das sagte Herthas Torwart-Trainer Zsolt Petry in einem Interview in der ungarischen Zeitung Magyar Nemzet vom Ostermontag. Die Berliner ÖDP hält diese Aussagen für blanken Rassismus, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben und daher verurteilen die Öko-Demokraten diese Meinung. Hier wird suggeriert: Ausländer = Krimineller. Doch die Polizeistatistiken zeigen da ein ganz anderes Bild: die meisten Flüchtlinge sind nach Europa gekommen, weil sie vor Krieg und Ausbeutung fliehen mussten. Viele von ihnen haben hier eine neue Heimat gefunden, leisten gute Arbeit und haben mit Kriminalität nichts zu tun. „Jetzt werden diese Menschen durch die Worte des Torwarttrainers kriminalisiert. Das zeigt, noch immer stehen die Opfer von Krieg und Ausbeutung in der Kritik – aber nicht die Verursacher. Das sind in unseren Augen die Waffenhändler, die Rüstungskonzerne und die Konzerne, die ihre Produkte zu Sklavenlöhnen in den Entwicklungsländern herstellen lassen", kritisiert Lars C. Arnold, Landesvorsitzender der ÖDP Berlin. „Viele Bürger der Bundesrepublik – wie Herr Petry selbst - scheinen zudem ihre eigene Migrationsgeschichte seit dem zweiten Weltkrieg völlig vergessen oder verdrängt zu haben.", so Arnold weiter.

Zsolt Petry macht aber noch nicht einmal Halt vor seinen Sportskameraden. So kritisiert er in der regierungsnahen Zeitung seinen Landsmann Peter Gulacsi. Dieser spielt als Torhüter bei RB Leipzig. Ihm wirft Petry den Einsatz für einen Verein vor, der unter anderem die Homo-Ehe unterstützt. In dem Interview fragt sich Petry, was seinen Landsmann Gulacsi dazu bewogen habe, "sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen." Unfassbar. Homosexuelle haben es im Sport schon schwer genug. Damit erleidet die Initiative von Thomas Hitzelsperger einen erheblichen Rückschlag. Der ehemalige Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart, Nationalspieler und Weltmeister outete sich 2014 als homosexuell. Damit entfachte er eine Diskussion zum Thema Homosexualität im Profisport. „Hitzelspergers Outing war ein wichtiger Schritt zur Normalisierung in der Gleichstellungsfrage, den wir begrüßen. Umso stärker lehnen wir die Aussagen des Torwarttrainers ab", erläutert Lars C. Arnold.

Bei der ÖDP steht der Mensch im Mittelpunkt, egal welcher Herkunft oder welcher sexuellen Identität er (oder sie) angehört:

Das ausgerechnet Zsolt Petry solche Aussagen trifft, ist kaum zu verstehen, arbeitet er doch bei Hertha BSC mit vielen Sportlern zusammen, die einen Integrationshintergrund haben. Zsolt Petry spielte acht Jahre lang in der ungarischen Nationalmannschaft und ist seit 2009 Torwarttrainer für die Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim und Hertha BSC. „In dem Interview spricht Petry von einem moralischen Niedergang. Damit meint er sich wohl in erster Linie selbst? Wir fordern Hertha BSC auf, sofort die notwendigen Maßnahmen einzuleiten und Zsolt Petry zu beurlauben. Ein Mensch mit solchen Einstellungen kann keinen Verein vertreten, der gegen Rassismus und für die Stärkung eines universellen Zusammenlebens in der Gesellschaft eintritt", erklärt Lars Arnold.